
Hubschrauber-Einsatz am Penyal del Migdia: 19‑Jähriger wohlbehalten geborgen
Ein 19‑jähriger Wanderer geriet am Penyal del Migdia bei Fornalutx in eine brenzlige Lage. Feuerwehrleute aus Sóller und ein Hubschrauber rückten an, zwei Retter seilten sich ab – der Mann blieb unverletzt.
Hubschrauber-Einsatz am Penyal del Migdia: 19‑Jähriger wohlbehalten geborgen
Hubschrauber-Einsatz am Penyal del Migdia: 19‑Jähriger wohlbehalten geborgen
Erster ernsthafter Bergrettungseinsatz des neuen Jahres endet glimpflich
Am Nachmittag war das Dröhnen des Hubschraubers über den Orangenhainen von Fornalutx zu hören. Die Maschine, knallrot wie auf vielen Fotos der Bombers de Mallorca, kreiste über den steilen Hängen des Penyal del Migdia, dem zweithöchsten Punkt der Insel. Dort hatte sich ein 19‑jähriger Wanderer in eine Lage gebracht, aus der er aus eigener Kraft nicht mehr herauskam.
Weil ein gesicherter Zugang zu Fuß nicht möglich war, entschieden die Rettungskräfte für das Luftfahrzeug. Spezialisten der Feuerwehr wurden aus der Luft herangeführt, zwei von ihnen ließen sich an Seilen an der Felswand absetzen, sicherten den jungen Mann und bereiteten den kontrollierten Abstieg vor. Weitere Helfer stiegen nach, um den Rückweg zum Tal zu gewährleisten.
Die gute Nachricht vorherweg: Der Wanderer blieb unverletzt. Nach der Bergung wurde er in Sicherheit gebracht, an Angehörige übergeben und medizinisch gesichtet – eine Routineuntersuchung, wie die Einsatzkräfte erklärten. Für die Rettungsteams war es der erste größere Bergrettungseinsatz im laufenden Jahr, ein Einsatz, bei dem Technik, Ausbildung und Erfahrung zusammenkommen mussten.
Wer an diesem Nachmittag auf der Platja d'en Repic oder am Passeig in Sóller stand und aufs Meer blickte, bemerkte wohl nur das entfernte Summen. Wer aber näher an die Tramuntana fuhr, hörte das Rotorengeräusch, roch Harz und bekam die feine Staubwolke der Felslandschaft ab. Solche Szenen gehören zum Alltag hier, zeigen aber auch: Die Tramuntana ist schön und verlangt Respekt.
Die Feuerwehrleute aus Sóller, die am Einsatz beteiligt waren, arbeiteten mit eingespielter Ruhe. Das Abseilen an steilen Wänden ist Teil ihrer Ausbildung, doch jede Felswand hat ihre Eigenheiten: schroffe Kanten, lose Steine, abrupte Windboen. In diesem Fall reichte die geballte Erfahrung, um das Risiko zu minimieren und den jungen Mann ohne Zwischenfall ins Tal zu bringen.
Die Rettung verlief so, wie man es sich im Idealfall wünscht: schnell, professionell und ohne Verletzte. Trotzdem haben die Einsatzkräfte einen Appell: Wanderstrecken planen, Wetterbericht prüfen, Trittsicherheit ehrlich einschätzen und im Zweifel eine leichter begehbare Route wählen. Zu viele Tage erlebt man Menschen, die unterschätzen, wie schnell ein harmloser Ausflug kompliziert werden kann.
Für Einheimische ist das kein neuer Rat. Die alte Frau, die im Dorfkern von Fornalutx Brot verkauft, sagt oft: "Das Wetter ändert sich hier in zehn Minuten." Diese lokale Gelassenheit mischt sich mit respektvoller Vorsicht und ist eigentlich die beste Vorbereitung.
Der Vorfall am Penyal del Migdia zeigt auch, wie gut vernetzt die Rettungssysteme auf Mallorca sind: Hubschrauber, Feuerwehren aus den umliegenden Orten und Gebirgsretter arbeiten Hand in Hand. Solche Einsätze sind Kraftakte, dauern oft länger als man ahnt, und verlangen Personal, das bereit ist, auch an kalten, windigen Tagen rauszufahren.
Für die Insel ist es eine positive Meldung: Der Einsatz endete ohne Opfer, die Technik hat funktioniert, und die Menschen, die helfen, konnten zeigen, was sie können. Gleichzeitig ist es ein kleiner Weckruf an alle, die in den Bergen unterwegs sind: Respekt vor dem Gelände schützt Leben.
Wer planen will, dem sei geraten: Karte studieren, Schuhe mit Profil anziehen, Wasser einpacken und eine grobe Rückkehrzeit jemandem sagen. Und wenn mal die Rotoren über euch kreisen: Ruhe bewahren, sichern lassen und auf die Profis vertrauen. In Fornalutx wird man dieses Mal wohl noch lange über das unverhoffte Hubschrauber-Spektakel sprechen – mit Erleichterung und einer extra Tasse heißen Kaffees danach.
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