Portocolom: Neuer Holzsteg, Dünenprojekt und Parkplatz – 595.000 Euro investiert

Neuer Holzsteg und ruhigere Strandzone bei Portocolom

Neuer Holzsteg und ruhigere Strandzone bei Portocolom

Ein neuer Holzsteg, mehr Dünen und ein weiter außen liegender Parkplatz: Portocolom hat am Leuchtturm ein kleines Stück Küste umgestaltet. 595.000 Euro flossen in das Projekt – für Anwohner, Vögel und Spaziergänger.

Neuer Holzsteg und ruhigere Strandzone bei Portocolom

595.000 Euro für Dünen, Parkplätze und alte Fischerhütten

Wenn man morgens vom Hafen durch die kleinen Gassen von Portocolom zur Landspitze spaziert, riecht man Salz, hört Möwen und die Schritte auf dem neuen Holzsteg. Der Steg führt nun an der Küste entlang, nahe dem Leuchtturm, und lädt zum langsamen Spazieren ein. Kinder streifen Muscheln auf dem Sand, Rentner setzen sich auf die neuen Bänke, und die Straße, die früher direkt am Strand vorbei führte, ist nicht mehr die dominierende Stimme.

In den vergangenen Monaten hat die Gemeinde in der Gegend s'Arenal Gran eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt: Die alte Zufahrtsstraße wurde ersetzt, ein Holzsteg gebaut und ein neues Ausflugsareal angelegt. An der offiziellen Eröffnung am Mittwoch nahmen Vertreter der Lokalpolitik teil, darunter der Delegierte der spanischen Zentralregierung auf Mallorca, Alfonso Rodríguez Badal. Catalina Soler, Bürgermeisterin von Felanitx, lobte den Steg für sein schlichtes, elegantes Erscheinungsbild.

Die Kommune hat für das Vorhaben 595.000 Euro bereitgestellt. Ein Teil dieses Budgets floss in einen weiter außen gelegenen Parkplatz, damit Autos künftig nicht mehr unmittelbar am Strand parken. Die Verantwortlichen verfolgen damit nicht nur optische Ziele: Das Projekt soll Platz schaffen, damit die Dünen sich wieder natürlich entwickeln können. Mehr Sand, weniger Asphalt – ein kleines Programm für die Küste.

Ein weiterer Punkt der Maßnahme betrifft die traditionellen Fischerhütten an der Küste. Einige der jahrzehntelang genutzten, zum Teil in schlechtem Zustand geratenen Schuppen werden derzeit instand gesetzt. Für Einheimische, die den Hafen kennen, ist das ein gutes Zeichen: Alte Nutzungen bleiben erkennbar, und die Kulisse verliert nicht ihren Charakter.

Für die Anwohnerinnen und Anwohner bringt die Umgestaltung sofort spürbare Vorteile. Die Promenade wirkt ruhiger, der Motorenlärm ist ausgeschaltet, und Spaziergänge werden sicherer. Für Besucher ergibt sich ein anderes Erlebnis als noch vor einem Jahr: Man kommt nicht mehr in eine Durchfahrtszone, sondern in einen Ort, an dem man verweilt. Das ist auch für kleine Geschäfte und Cafés entlang der Promenade attraktiv – nicht durch Aufschwung um jeden Preis, sondern durch angenehme Aufenthaltsqualität.

Warum das gut für Mallorca ist? Weil es zwei Ziele verbindet, die nicht immer zusammengehen: Schutz der Küste und Besuchererlebnis. Größere Dünen fangen Sand, schützen vor Erosion und bieten Lebensraum für Pflanzen und Vögel. Ein zurückhaltender Eingriff wie ein Holzsteg statt Beton hilft, die Natur sichtbar zu lassen. Und weil Parkplätze etwas weiter entfernt liegen, sinkt der Druck auf die Strandzone.

Aus dem Alltag: Am späten Nachmittag sieht man jetzt häufiger Einheimische mit Hunden, Radfahrer, die kurz anhalten, und ältere Menschen, die sich auf den Holzbänken unterhalten. Die Glocke einer nahegelegenen Kirche mischt sich mit dem Rauschen des Meeres. Solche Momente, klein und unspektakulär, zeigen, wie städtische Eingriffe den Alltag verändern können – nicht nur durch Pflaster und Pfosten, sondern durch Raum für Begegnung.

Ein paar Vorschläge, wie die Arbeit vor Ort weiter Wirkung entfalten kann: Informationsschilder zur Dünenregeneration, feste Regeln für Lieferzeiten, mehr Sitzgelegenheiten mit Windschutz und lokale Pflanzaktionen zur Verfestigung des Sandes. Ein Shuttle vom Parkplatz an Tagen mit viel Besucherverkehr würde den Komfort erhöhen, ohne Autos näher an den Strand zu lassen.

Wer also das nächste Mal an der Landspitze von Portocolom vorbeikommt: ruhig die Schuhe ausziehen, den Holzsteg entlanggehen und einmal bewusst durchatmen. Die kleinen Veränderungen dort sind nicht laut, aber spürbar – eine Einladung, den Küstenraum ein bisschen langsamer zu erleben und zu pflegen.

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